| Der Gamsberg und seine biologische Vielfalt |
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| Geschrieben von Tharina Bird | |
| 29.05.2007 | |
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Auf dem Gamsberg in Namibia ist man nicht nur den Sternen näher, sondern man befindet sich auch inmitten einer einzigartigen Flora und Fauna. Unser namibisches Mitglied Tharina Bird arbeitet derzeit im "National Museum of Namibia" als Kuratorin für Spinnen und Tausendfüßler. Ihre Arbeit führte sie auch öfters auf den Gamsberg. In dem folgenden Beitrag schildert sie die Besonderheiten dieses verletzlichen Biotops sowie Maßnahmen zu seinem Schutz. fDer Name "Gamsberg" leitet sich aus Wort "gams" ab, mit dem die einheimischen Nama einen flachen Stein bezeichnen. Der Gamsberg liegt an der Namib-Randstufe, welche die extrem trockene Tiefebene im Westen von dem weiter landeinwärts gelegenen Hochplateau im Osten trennt. Er ragt 1097 Meter über seine Umgebung hinaus und ist mit einer Höhe von 2.347 Metern ü.N.N. die dritthöchste Erhebung Namibias. Höher sind nur noch der Brandberg mit 2573 und die Auas-Berge mit 2479 Metern ü.N.N. Der Gamsberg hat ein für Tafelberge charakteristisches und relativ kleines Plateau. Seine typische Silhouette ist an klaren Tagen weit über 100 Kilometer sichtbar. ![]() Der Gamsberg: Zeitzeuge der Erdgeschichte und Heimat einmaliger Tier- und Pflanzenarten Der Gamsberg: Zeuge der ErdgeschichteDie Geologie des Gamsbergs ist faszinierend: Der Berg besteht hauptsächlich aus Granit, der vor 1,1 Milliarden Jahren durch vulkanische Aktivitäten emporgehoben worden ist. Darüber liegt eine 20 bis 30 Meter dicke Schicht aus Quarzit. Sie besteht aus versteinertem Sand und stammt aus einer Zeit vor 180 Millionen Jahren, als das südliche Afrika vollständig von Wüste bedeckt gewesen ist. Später durchschnitten mächtige Flüsse das Gebiet und setzten den Granit der Erosion aus. Zahlreiche runde Quarzkiesel auf dem Gamsberg zeugen noch heute von diesen Vorgängen, die im frühen Tertiär - also vor etwa 65 Millionen Jahren – stattgefunden haben. Biologische VielfaltAuch die biologischen Vielfalt auf dem Gamsberg ist einzigartig: Seine Höhe und die Abgeschiedenheit von vergleichbaren Bergen haben die Entwicklung der Arten sehr begünstigt. Zudem ist der Steilhang des Gamsbergs bekannt dafür, eigene Tier- und Pflanzenarten zu beherbergen. Die Höhe, das Erscheinungsbild, der steile Abhang sowie die durch kleinere Landschaftsmerkmale und die Art des Bodens hervorgerufenen Mikroklimate geben der Artenverteilung eine zusätzliche Dimension. ![]() Euryops walterorum ist ein nur auf dem Gamsberg heimisches Asterngewächs. Der GladiatorÜber die Insekten- und Spinnenwelt des Berges war erstaunlicherweise lange Zeit nur sehr wenig bekannt. Daher hat das National Museum of Namibia 2003 mit einer Untersuchung der wirbellosen Tiere am Gamsberg begonnen. Obwohl die dabei erhobenen Daten noch vollständig ausgewertet werden müssen, gibt es bereits interessante und nennenswerte Erkenntnisse: Im Jahr 2002 wurde eine bislang unbekannte Insektenordnung entdeckt, die aufgrund ihrer martialischen Panzerung „Gladiator“ benannt wurde. Zum ersten Mal seit 1915 wurde damit überhaupt eine neue Ordnung in der Klasse der Insekten beschrieben! Eine solche Entdeckung hielt man bislang für sehr unwahrscheinlich, und entsprechend sorgte die Nachricht weltweit für Schlagzeilen. ![]() Mantophasma gamsbergense ist ebenfalls nur auf dem Gamsberg anzutreffen und gehört zu der erst 2002 entdeckten Ordnung der Gladiatoren. Gefahr durch Pflanzen und SteinmännchenObwohl der Gamsberg sehr abgelegen und nur schwer erreichbar ist, drohen ihm vor allem von zwei Seiten Gefahren: Zum einen ist es das Eindringen fremder, ursprünglich nicht auf Gamsberg vorkommender Pflanzen – sogenannter Neophyten - und zum anderen ein mangelndes Bewusstsein über den Wert der Steine auf dem Bergplateau. Beides könnte zum Aussterben von Arten führen: Neophyten fassen zumeist als Samen Fuß, der durch Fahrzeuge oder durch die Schuhsohlen von Besuchern auf den Berg transportiert werden. Die eindringenden Pflanzen wachsen nicht friedlich neben der angestammten Vegetation der Gegend, sondern konkurrieren aktiv mit ihr und verdrängen sie manchmal. Solche Pflanzen sollten wachsam bekämpft werden, sobald sie in Erscheinung treten. ![]() Diese Steinmännchen sind nicht nur überflüssig, sondern sie bedrohen auch die empfindliche Flora und Fauna des Gamsberges IAS-Maßnahmen für den SchutzIAS-Mitglieder werden sich nun fragen, welchen Einfluss ihre Aktivitäten auf den Gamsberg haben. Man muss dem Verein hoch anrechnen, dass alle benötigten Materialien – einschließlich des Sandes für Beton – auf den Berg gebracht und sämtlicher Abfall auch wieder hinunter genommen wird. Auch trägt der Grundsatz des Vereins, keine neuen Gebäude zu errichten, sondern vorhandene Strukturen zu renovieren und anzupassen dazu bei, den ästhetischen Charakter des Berges zu bewahren und Schaden zu vermeiden. Ebenso sorgen die dezent markierten Fußwege zwischen den Gebäuden dafür, dass keine wilden Trampelpfade entstehen. Kurz gesagt: Der Gamsberg ist ein einzigartiges Merkmal in Namibias Landschaft, das eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt beherbergt. So sollte der Gamsberg auch geachtet und geschützt werden. Und er ist tatsächlich ein würdiger Bestandteil des IAS-Logos! |







