Home arrow Artikel arrow Speckle-Interferometrie für Amateure
Speckle-Interferometrie für Amateure Drucken E-Mail
Geschrieben von Karl-Ludwig Bath   
01.04.2007

Positionswinkelkorrektur per Driftaufnahme

Zunächst muss der Positionswinkel (Zählung von Nord über Ost) in der Aufnahme korrigiert werden, weil die Bildkanten nur unzureichend mit den Himmelskoordinaten zusammenfallen werden. Um die genaue Orientierung der Bildkanten herauszufinden, lässt man einen helleren Stern bei abgeschalteter Nachführung über das Bildfeld wandern, wobei er zur Verbesserung der Statistik an den Endpunkten eine Weile stehen bleiben sollte.

Image
Abb. 5: Strichspuraufnahme zur Korrektur des Positionswinkels
 

Abb. 5 wurde aus einem solchen Video und mit Hilfe des freien Programms "Startrails" (http://www.startrails.de/) erzeugt. Der Winkelfehler bezüglich der Bildkante ist bei Anlegen eines Lineals deutlich zu erkennen und kann ausgemessen werden.

Die eigentliche Messung des Positionswinkels fällt bei den nachfolgend zu besprechenden Möglichkeiten zur Abstandsmessung automatisch mit ab.

Abstandsmessung

Für die Abstandsbestimmung seien zwei Möglichkeiten genannt, die je nach Seeing und Durchmesser der Teleskopöffnung eingesetzt werden können.

  1. Bei sehr gutem Seeing finden sich in dem Videostrom vereinzelt sehr gute Bilder des Doppelsterns (vgl. Abb. 6), die sich auch ohne Speckle-Rekonstruktion auswerten lassen. Für ein brauchbares Ergebnis müssen allerdings viele solche Bilder gemittelt werden.
  2. Bei weniger gutem Seeing und/oder großen Teleskopöffnungen erhält man ein Seeingscheibchen (Specklewolke). In diesem Fall wird man die oben besprochene Speckle-Analyse (Speckle-Interferometrie) verwenden.

Auf jeden Fall benötigt man für eine Abstandsbestimmung den Maßstab in Bogensekunden pro Pixel, wofür es verschiedene Möglichkeiten gibt.

Maßstabsbestimmung

Am einfachsten und sichersten bestimmt man den Abbildungsmaßstab anhand zweier Sterne eines offenen Sternhaufens oder mit einem weiten Doppelstern. In beiden Fällen ist der Abstand in Bogensekunden bekannt. Den auf einer gemittelten Aufnahme in Pixeln gemessenen Abstand der Doppelsternkomponenten erhält man beispielsweise mit Iris oder AIP, woraus sich der Abbildungsmaßstab in Bogensekunden pro Pixel ergibt.