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Speckle-Interferometrie für Amateure Drucken E-Mail
Geschrieben von Karl-Ludwig Bath   
01.04.2007
Künstliche Specklewolke eines Doppelsterns

Was passiert nun, wenn man das beschriebene Verfahren auf die Specklewolke eines Doppelsterns anwendet? Die drei Abbildungen 4a bis 4c entsprechen den oben besprochenen Abbildungen 1b bis 2b.

Dem Beugungsbild 1. Ordnung (Abb. 4b) ist beim Doppelstern ein Streifenmuster überlagert. Die Streifen entstehen dadurch, dass die beiden Doppelsternkomponenten wie ein Doppelspalt wirken. Bei einem weiten Doppelstern liegen die Streifen eng beieinander, bei einem engen Doppelstern liegen sie weiter auseinander (vgl. Abb. 8c und 9d).

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Abb. 4: (a) Doppelstern-Specklewolke (b)Beugungsbild 1.Ordnung (c)Beugungsbild 2.Ordnung

Der Schritt von Abb. 4b nach Abb. 4c: Das Beugungsbild 1. Ordnung der Abb. 4b  kann man als optisches Beugungsgitter ansehen, das ein Spektrum 0. Ordnung in der Mitte erzeugt und Spektren -1. und +1. Ordnung links und rechts davon (Abb. 4c). Die Verbindungslinie der Punkte (kurze Spektren) gibt den Positionswinkel des ursprünglichen Doppelsterns an mit einer Unsicherheit von 180°. Der Abstand der Doppelsternkomponenten findet sich als Abstand der äußeren Punkte von der Mitte. In der Praxis wird man den Abstand der äußeren Punkte voneinander messen und halbieren.

Was jetzt noch fehlt, ist die Information darüber, welche der beiden Doppelsternkomponenten die hellere ist. Das ist meist unproblematisch, weil man es in der Regel unmittelbar sehen kann. Erst wenn man photometrieren will, wird diese Information benötigt.