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Speckle-Interferometrie für Amateure Drucken E-Mail
Geschrieben von Karl-Ludwig Bath   
01.04.2007

Künstliche Specklewolke eines Einzelsterns

Für Abbildung 1b wurde mit Hilfe der Papierplättchen aus einem Locher die Specklewolke eines Einzelsterns simuliert. Setzt man eine Specklewolke wie in Abb. 1b als Diapositiv vor ein Fernrohrobjektiv, so bekommt man in der Bildebene ein Beugungsbild mit seinen Ringen, das dem einer einzelnen kleinen Blendenöffnung entspricht, nur mit größerer Helligkeit.

Dieses zunächst überraschende Ergebnis kann man so verstehen: Eine einzelne enge Blende kann man vor dem Fernrohr senkrecht zur Achse beliebig hin und herschieben, und trotzdem bleibt das Beugungsbild unverändert an seinem Ort stehen. Deshalb kann man auch mehrere solcher Blenden vor dem Fernrohr platzieren, und immer noch ergibt sich dasselbe Beugungsbild wie bei der Einzelblende, nur heller.

Als nächstes setzt man das Beugungsbild aus Abb. 2a als Diapositiv vor das Fernrohr. Dann bekommt man in der Bildebene das nebenstehende Bild (Abb. 2b), also einen einzelnen Lichtfleck. Dieses Beugungsbild 2. Ordnung ist der aus der Specklewolke rekonstruierte Einzelstern (Airy-Scheibchen). Der Schritt von Abb. 2a nach Abb. 2b wird im nächsten Abschnitt erläutert.

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Abb. 2: (a) Beugungsfigur - (b) Beugungsfigur 2. Ordnung