| Astrofotografie mit DSLR-Kameras |
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| Geschrieben von Werner Roßnagel | |
| 05.12.2005 | |
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Seite 4 von 9 FarbwiedergabeWie sieht es nun mit der wichtigen Hα-Empfindlichkeit aus? Grundsätzlich reicht die Empfindlichkeit der CMOS-Sensoren vom nahen UV bis weit ins Infrarote (Abb.1). Um scharfe und ausgewogene Farbbilder zu erreichen, ist aber jede DSLR-Kamera mit einem UV/IR-Filter ausgerüstet, der leider bereits auch Ha stark absenkt. Eine Standard-DSLR ist daher nur bedingt Ha-tauglich (Abb.2). ![]() Abb. 2: Charakteristik des UV/IR-Filters der EOS 350D In der Zwischenzeit kursieren Anleitungen, wie der Filter ausgebaut werden kann. Dies ist etwas riskant, aber für einen versierten Bastler durchaus möglich. Er verliert dabei allerdings seinen Garantieanspruch und die Kamera ist für Normalgebrauch nur noch sehr bedingt verwendbar, da Autofokus und Weißabgleich nicht mehr funktionieren und sowohl für normale als auch für Astroaufnahmen ein externes IR-Filter aufgesetzt werden muss. Die amerikanische Firma Hutech tauscht bei verschiedenen DSLR-Kameras das serienmäßige Filter gegen ein Ha-taugliches der selben Dicke aus, so dass Autofokus einwandfrei funktioniert und auch ein Weißabgleich möglich ist. In der Zwischenzeit liefert Canon auch eine Spezialausführung der 20D, die EOS 20Da für astronomische Zwecke mit einem modifizierten Filter. Gleichzeitig soll der Chip auf Rauscharmut selektiert sein und die Kamera liefert, im Gegensatz zu allen Normal-DSLRs, ein Echtzeitbild am Display, mit dem die Scharfeinstellung am Teleskop vereinfacht wird. Preise der Hutech-modifizierten Kamera und der 20Da sind ähnlich und liegen in der Gegend von 2000 bis 2300€, immerhin fast das doppelte einer Standard-20D oder das dreifache der sehr ähnlichen 350D. Tests haben ergeben, dass die Hutech-Kamera in Ha deutlich bessere Ergebnisse bringt als die 20Da. Der Hutech-Filter hat einen Durchlass bis fast 700 nm (Abb.3), so dass auch noch die SII-Linien bei 676 nm gut wiedergegeben werden. Dafür sind die Anwendungen bei Normalfotografie etwas beschränkter als bei der 20Da (Weißabgleich). ![]() Abb. 3 Charakteristik des Hutech-Filters 1 Weitere wichtige Linien sind Hß und OIII. Diese Linien werden z.B. beim Diafilm E200 sehr stiefmütterlich behandelt, denn sie fallen quasi in ein Loch zwischen blau- und grünempfindlicher Schicht. E200-Aufnahmen wirken deshalb meistens nur rot und bringen fast keine Farbnuancen. Der CMOS-Chip mit seinen Bayer-Matrix-Filtern bringt in diesem Bereich eine sehr gleichmäßige Wiedergabe und damit deutlich besser strukturierte Aufnahmen von Emissionsnebeln. |







