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Observatorium Gamsberg Drucken E-Mail
09.10.2012

Gamsberg
Traum der Astronomen: Der Gamsberg
Der Gamsberg in Namibia gehört weltweit zu den besten Plätzen für Astronomen: 220 astronomisch nutzbare Nächte pro Jahr mit extrem geringer Luftunruhe stellen ihn in eine Reihe mit berühmten Observatorien auf La Palma, Hawaii oder in der chilenischen Atacama-Wüste. Ursprünglich als Standort für eine Großsternwarte des Max-Planck-Institutes für Astronomie vorgesehen, steht der Gamsberg heute den Amateurastronomen der IAS zu Verfügung.

 

Die ursprünglich in den 1970er Jahren geplante Großsternwarte auf dem Gamsberg wurde schließlich nicht realisiert: Es war absehbar, dass auf dem Paranal in Chile das Very Large Telescope entstehen würde und danach war für ein zweites Observatorium dieser Größenordnung kein Bedarf mehr. Trotzdem entschied sich die Max-Planck-Gesellschaft Ende der 1990er Jahre, diesen hervorragenden Standort nicht aufzugeben, sondern ihn, so lange keine eigene Nutzung möglich war, Amateurastronomen zugänglich zu machen. Eigens zu diesem Zweck wurde 1999 die IAS gegründet, die heute die vertraglichen Nutzungsrechte für die Gebäude der MPG auf dem Gamsberg besitzt.

Zunächst einmal musste die Infrastruktur geschaffen werden: Es galt, die vorhandenen Beobachtungs- und Wohngebäude zu restaurieren, Stromleitungen zu installieren und die Wasserversorgung sicher zu stellen. Dies war teilweise nicht einfach zu bewerkstelligen, denn auf den Gamsberg führt nur ein kleiner Weg, der ausschließlich von geschulten Fahrern mit Allradfahrzeugen benutzt werden darf. Durch den enormen Einsatz einiger IAS-Mitglieder wurde schließlich ein Observatorium gebaut, dass sowohl für den visuellen Astronomen wie auch für den Astrofotografen sicher und komfortabel nutzbar ist.

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Sternwartengebäude der MPG auf dem Gamsbergplateau

 

Leistungsfähiges Amateurinstrument

Neben einigen kleineren Instrumenten steht den IAS-Mitgliedern seit 2010 nach abenteuerlichem Transport mit einem 28" -Teleskop das leistungsfähigste Amateurteleskop im südlichen Afrika zur Verfügung. Die mechanischen Komponenten des Teleskops und der 2,5 Tonnen schweren Montierung wurden der IAS vom Max-Planck-Institut für Astronomie überlassen. Die optischen Komponenten des Teleskops - der Haupt- und der Fangspiegel - wurden von der Firma Alluna Optics in Augsburg gefertigt (s. auch "Neues Teleskop für den Gamsberg"). Der Newton hat bei einer Öffnung von 710 mm eine Brennweite von 3.120 mm (f/4,4).

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Der 71cm Newton auf Gabelmontierung

Als zweites größeres Gerät für die fotografische Nutzung ist ein 16“ Hypergraph (Philipp Keller) für die Ost – Beobachtungshütte auf einer Montierung Alt AD7 vorgesehen. Dieses Gerät stellt den Fotografen ähnlich wie der 50cm Cassegrain auf Hakos sowohl den Primärfokus mit 1.200 mm Brennweite (f/3) als auch den Sekundärfokus mit 3.200 mm Brennweite (f/8) zur Verfügung.

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40 cm Hypergraph, hier allerdings noch auf WAM800 statt auf Alt AD7

Das Gerät ist bereits in Namibia und soll voraussichtlich Anfang 2013 montiert werden.