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Observatorium Hakos PDF Drucken E-Mail
09.08.2006

In Sichtweite des Gamsbergs unterhält die IAS auf der Gästefarm Hakos ein weiteres, bestens ausgestattetes Observatorium, welches derzeit als Basisstation dient. Die Beobachtungsverhältnisse sind auf Hakos annähernd so ideal wie auf dem Gamsberg. Hier stehen zwei Sternwartengebäude mit einem 50-cm-Teleskop, einer 45-cm-Bath-Astrokamera sowie weiteren Teleskopen und Montierungen bereit. Zusätzliche Optiken können auf den Außensäulen installiert werden.

Das Observatorium verfügt über eine voll ständige Ausrüstung, die neben Teleskopen und Montierungen wichtiges Zubehör wie Okulare, Computer und CCD-Kamera enthält. So wird vermieden, dass die Astronomen unnötig zusätzliches Fluggepäck mitnehmen müssen.

Derzeit stehen folgende Teleskope zu Verfügung:

50-cm-Cassegrain-Teleskop

Das 50-cm-Cassegrain-Teleskop (Primärfokus f/3 (1500 mm); Sekundärfokus f/9 (4500mm)) der Firma Astrooptik Philip Keller ist auf unserer 350 kg schweren deutschen Montierung angebracht und eignet sich neben dem visuellen Beobachten im Sekundärfokus vor allem für hochauflösende Fotografie bis hin zum Mittelformat im Primärfokus. Der Tubus ist als Gitterkonstruktion aus CFK-Rohren ausgeführt, um bei der Fotografie eine konstante Fokuslage über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten. Während übliche Cassegrainteleskope nur einen paraboloiden Hauptspiegel und einen hyperbolischen Sekundärspiegel aufweisen und somit nur für kleine Gesichtsfelder brauchbare Abbildungen zeigen, ist unser Instrument zusätzlich mit hochwertigen Korrektoren im Primär- sowie Sekundärfokus ausgestattet. Dies ermöglicht extrem große Aufnahmefelder, die auch in den Randbereichen punktförmige Sterne zeigen. Der Wechsel zur Fotografie im äußerst lichtstarken Primärfokus erfolgt durch einfaches Entfernen des Sekundärspiegels. - All diese Voraussetzungen ermöglichen die Aufnahme extrem schwacher Gasnebel und Galaxien in hervorragender Abbildungsqualität.

18 Zoll Bath-Astrokamera

Dieses Teleskop - die sogenannte AK2 - wurde von unserem Vereinsmitglied Karl-Ludwig Bath entworfen und gebaut. Es handelt sich hierbei um ein ausschließlich fotografisch nutzbares Spiegelteleskop mit 18 Zoll (45 cm) Öffnung und 1640 mm Brennweite. Es kann sowohl mit analogem Filmmaterial (Kleinbild oder Mittelformat) als auch mit modernen CCD-Kameras oder digitalen Spiegelreflexkameras bestückt werden. Selbst bei großem Filmformat werden Sterne bis in die Randbereiche hinein verzeichnungsfrei abgebildet. Die Astrokamera befindet sich im Westraum des Hakos-Observatoriums und ist auf einer englischen Rahmenmontierung installiert.

14 Zoll Schmidt-Cassegrain

Wer eine lange Brennweite benötigt, greift gerne auf das bewährte C14 von Celestron zurück: Mit einer Öffnung von 14 Zoll (35 cm) und einem Öffnungsverhältnis von f/11 ist es bei den Planetenbeobachtern und -fotografen sehr beliebt. Aber auch Deep-Sky-Fotografen nutzen dieses Arbeitspferd aufgrund seiner optischen Qualitäten gerne: Mit einem Reducer kann die Brennweite von 3.910 mm auf die Hälfte reduziert werden. Hierdurch ergibt sich ein "schnelleres" Öffnungsverhältnis, was die Belichtungszeiten für leuchtschwache Objekte in erträglichem Rahmen hält.

Das C14 wurde Ende 2006 durch das 50-cm-Cassegrain-Teleskop ersetzt und wartet derzeit auf einen neuen Aufstellungsplatz.

C11 von Celestron

Der kleine Bruder des C14 ist ein bei Amateurastronomen sehr beliebtes Gerät. Mit einer Öffnung von 11 Zoll (28 cm) und 2800 mm Brennweite ist das C11 noch als handlich zu bezeichnen. Deshalb wird es gerne auf einer der Außensäulen benutzt. Die Hauptanwendungsgebiete des Teleskops sind die visuelle Beobachtung und die Messung veränderlicher Sterne.

Takahashi Epsilon 160

Bei diesem Instrument handelt es sich um einen reinrassigen Astrografen, dessen Konstruktion ähnlich einem Newton mit Koma-Korrektor ist. Der Hauptspiegel mit 160 mm Durchmesser ist jedoch hyperboloid, und ein vierlinsiger Korrektor sorgt für eine absolut verzeichnungsfreie Abbildung auch in den Ecken eines Kleinbildfilms. Durch die kurze Brennweite von 530 mm und das daraus resultierende Öffnungsverhältnis von f/3.3 ist der "Tak" für die Fotografie großflächiger und lichtschwacher Objekte prädestiniert.

17,5-Zoll Dobson

Für das schnelle "Spechteln" zwischendurch eignet sich der Dobson mit 45 cm Hauptspiegel. Wegen seiner relativ geringen Brennweite sind auch in Zenitnähe noch komfortable Beobachtungen möglich. Auch Astrofotografen benutzen den Dobson gerne, um die langen Belichtungszeiten sinnvoll zu nutzen. 

Die Vereinsmitglieder können natürlich auch eigene Instrumente mitbringen, die sie beispielsweise auf den Außensäulen montieren können. Hierfür stehen die vereinseigene Fornax- und Gemini-Montierung zur Verfügung. 

Die Hakos-Sternwarte der IAS hat den Observatory Code 221 des Minor Planet Center der Universität Hakos. Die genauen Koordinaten sind: 23° 14' 10" Süd, 16° 21' 42" Ost, 1881 m ü.N.N.

Astrokamer 2 auf der Hakos-Sternwarte
18 Zoll Bath-Astrokamera auf der Hakos-Sternwarte

Die mit dem "Eco Award" für umweltfreundliche Unterkünfte ausgezeichnete Gästefarm Hakos wird von Walter Straube, seiner Tochter Waltraud und deren Ehemann Friedhelm Hund bewirtschaftet. Gastfreundschaft bedeutet Ihnen sehr viel, so dass Astronomen und ihre Familien auf Hakos bestens betreut sind.

Das Farmgelände bietet reichhaltige Möglichkeiten für Wanderungen durch die Hakosberge und für die Beobachtung der artenreichen Fauna mit ihren Bergzebras, Steppenpavianen, verschiedenen Antilopen- und zahlreichen Vogelarten.